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Wir mischen die Karten neu!

Galeria Kaufhof

Wir mischen die Karten neu!

Information für die Beschäftigten von Galeria Kaufhof (September/Oktober 2018)


Die Arbeitgeber mischen die Karten neu – wir auch!

Die Hudson´s Bay Company (HBC) hat die Karten neu gemischt und einen neuen Spieler hinzugezogen: Gemeinsam mit Signa, der Muttergesellschaft von Karstadt Warenhaus, will die Eigentümerin von Galeria Kaufhof die jeweiligen Töchter zusammenbringen. Auf diese Weise soll die zweitgrößte Warenhaus-Kette sowie einer der führenden E-Commerce Anbieter Europas entstehen.

An einer neuen gemeinsamen Holding wird HBC 49,99 Prozent der Anteile und die Signa Retail 50,01 Prozent halten. Die operative Führung soll Signa übernehmen. Die Verträge sind unterschrieben, doch der Vollzug der Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Bundestarifkommission bezieht klar Position

Die Bundestarifkommission für Galeria Kaufhof hat in ihrer Sitzung am 21. September 2018 festgestellt, dass die »Spielregeln« für mögliche spätere Verhandlungen gleich geblieben sind:

Angesichts der neuen Konstellation müsste die Tarifkommission erneut feststellen, ob Galeria Kaufhof ein Sanierungsfall ist und – falls ja – ob eine Sanierungsfähigkeit bejaht werden kann. Und vor allem auch, welches Zukunftskonzept in der neuen Holding gelten soll und ob es hierzu Alternativen gibt. Ob sich die vereinte Arbeitgeberseite auf dieses neue »Spiel« einlässt, ist völlig offen. Sicher ist derzeit nur eines: Die Beschäftigten von Galeria Kaufhof und Karstadt sind dabei, sich gewerkschaftlich zu vereinen, um ein starkes Gegengewicht zu den Kapitalstrategien aufzubauen.

Gemeinsame Erklärungen von BetriebsrätInnen

Es gibt bereits eine gemeinsame Erklärung der nordrhein-westfälischen BetriebsrätInnen von Karstadt, Karstadt Sports und Galeria Kaufhof sowie eine entsprechende Erklärung auch aus Bayern. Darin sind diese leicht zusammengefassten Positionen formuliert:

  • Beide Warenhäuser haben ihren Platz in Deutschland. Die Erfahrungen und Chancen, die der Auftritt von beiden Unternehmen bietet, sind wesentliche Zukunftsgaranten. Deshalb müssen die Marken weiterentwickelt werden. Sogenannte Doppelstandorte sind doppelte Chancen und decken ein breiteres Kundenspektrum ab. Sogenannte Effizienzgewinne sind in diesem Zusammenhang der Verzicht auf Umsatz und Wachstum. Die Verschmelzung der beiden Unternehmen lehnen wir kategorisch ab.

  • Die Zukunft der Kauf- und Warenhäuser kann nur mit den Beschäftigten erfolgreich gestaltet werden. Schon die Vergangenheit liefert genügend Beweise, dass die fehlende Einbeziehung ihres Sachverstandes zu schwerwiegenden Fehlern geführt hat. Es ist allerhöchste Zeit, gemeinsam mit den Betriebsräten und ver.di ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln.

  • Der Einzelhandel erlebt den härtesten Verdrängungswettbewerb. Dieser wird durch den Onlinehandel und fehlende Regulierungspolitik verschärft. Die nachhaltige Zukunft der Kauf- und Warenhäuser und deren Beschäftigten kann nur mit ausreichenden Investitionen und nicht mit weiteren Kosteneinsparungen gestaltet werden. Schon in der Vergangenheit zeigte sich, dass die Sparkonzepte auf dem Rücken der Beschäftigten und ihrer Familien ausgetragen werden und zu keiner nachhaltigen Ausrichtung in die Zukunft führen.

  • Der Wettbewerb mit den Onlinehändlern setzt nicht nur klare Konzepte, welche mit den Beschäftigten entwickelt werden, sondern mehr und nicht weniger Service, mehr und nicht weniger Fachberatung, mehr und nicht weniger Personal, voraus.

Für Tarifbindung und die Rücknahme von Kürzungen

  • Existenzsichernde Tarifverträge sind elementar. Angst vor Altersarmut und Dumpinglöhnen greifen die Gesundheit der Beschäftigten und damit das Rückgrat des Unternehmens an. Deshalb ist die Tarifbindung zwingende Voraussetzung für die Zusammenführung. Kürzungen wie sie die Karstadt-Beschäftigten seit Jahren hinnehmen mussten, müssen zurückgenommen werden. Wer für Milliarden Unternehmen kaufen kann, muss auch Geld für seine Beschäftigten haben.

  • Die BetriebsrätInnen sind die Schutzmauer für die Beschäftigten, sie bündeln die Interessen und Fachkompetenz der Beschäftigten. Deshalb müssen die gewählten Betriebsratsgremien und GBR-Strukturen erhalten bleiben.

  • Die Informationspolitik muss dringend verbessert werden.

  • Als BetriebsrätInnen werden wir mit ver.di den weiteren Weg gemeinsam gehen und uns nicht spalten oder gegeneinander ausspielen lassen. Dabei sind wir bereit, für unsere Ziele engagiert einzutreten und alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen. Die Eigentümer sollten unsere Entschlossenheit nicht unterschätzen.

Unterstütze auch du diese Forderungen, werde aktives Mitglied!
Beschäftigte bei Galeria Kaufhof und Karstadt, vereinigt euch in ver.di!